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Mai 28, 2008
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Burkhard Müller über Goetz’ „Klage“
Wochenendtrip II: Vertröstung und Verweis
Mai 27, 2008
Puh. Die Begleiterin war fleißig. Sie hat bereits das ganze Wochenende vertextet und dies auch noch sehr unterhaltsam. Da stehe ich nun natürlich in der Pflicht. Ich habe mich aber schon im Voraus für eine nicht-chronologische Form des Berichts entschieden, was es vielleicht etwas verkompliziert. Mal sehen. Kommt bald…
Berlin – Geilenkirchen, über…
Mai 23, 2008
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Mai 22, 2008
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Schöne götzsche Beschreibung des denkwürdigen Kracht-Auftrittes bei Schmidt
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Alltägliche Scheidung im Spätmittelalter?
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Von wegen Bild und Film, Schrift expandiert weiter? – Jan Assmann-Vortrag – Zusammenfassung
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Tita von Hardenberg adé.
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New Jersey – Jemen
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Mai 20, 2008
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Mai 19, 2008
Überlegungen profaner Natur: Das Baden
Mai 17, 2008
Die von mir so sehr geliebte und ausgiebig betriebene Tätigkeit des Badens wurde mir soeben verleidet. Das hat natürlich den vorteilhaften Nebeneffekt, dass, sollte ich demnächst umziehen, die Auswahl infrage kommender Wohnungen sehr viel größer geworden ist, ich brauche ja keine Badewanne mehr, dies aber nur nebenbei.
Die Essenz des Badens liegt meiner Meinung nach nämlich darin, es mit einer weiteren Tätigkeit gleichzeitig auszuüben, der des Lesens. Leider ist ja das altertümliche Medium des Buches für mich gestorben. Das ist nicht nur ärgerlich, weil in meinem Zimmer eine ganze Wand voll davon ist, von Büchern, die ich jetzt zu nichts mehr gebrauchen kann, sondern auch weil man, wenn einem so ein Buch einmal versehentlich in das Badewasser gefallen ist, es einfach wegwerfen und sich ein neues kaufen konnte. Ganz schräge Vögel hängen es meinetwegen auch an eine Wäscheleine zum Trocknen auf. Nebenbei bemerkt habe auch ich schon einmal ein Buch zum Trocknen aufgehängt. Zu meiner Verteidigung kann ich aber vorbringen, dass ich damals Student war und in einer thüringischen Kleinstadt lebte. Bei dem getrockneten Buch handelte es sich um einen Reclam-Band, so eine zweisprachige Ausgabe von Aristoteles’ Poetik. (Intermezzo: Gerade habe ich das Buch aus dem Regal genommen und weggeworfen.)
Zurück zum Wesentlichen, der mir neuerdings verleideten Tätigkeit des Badens: Es ist nämlich so, dass ich es mir nicht traue, meinen Laptop bzw. mein Notebook (was eigentlich ist derzeit die gängigste Bezeichnung für so ein Gerät?) zum Lesen mit in die Badewanne zu nehmen. Es könnte ja versehentlich ins Badewasser fallen. Dazu fällt mir etwas ein: Max Frisch hat einmal auf die Frage, wie viel Geld er gerne hätte, sinngemäß geantwortet: „Nicht so viel, dass ich mich darum kümmern muss. Nicht so wenig, dass ich mich darum kümmern muss.“ Wenn mir jemand die Frage stellen würde, wie viel Geld ich gerne hätte, würde ich antworten: „So viel, dass ich, wenn mir versehentlich mein Computer in das Badewannenwasser fällt, ich ihn wegwerfen und mir einen neuen kaufen kann.“
Bleibt noch – wenn man etwa die im suzidalen Kontext recht beliebte Kombination Fön/Badewanne hinzuzieht – eines zu klären: Wäre ich dazu noch in der Lage?
Verse eines dichtenden Kulturministers: Sandro Bondi
Mai 14, 2008
Im Kulturteil der heutigen Neuen Zürcher Zeitung hat Franz Haas einen Artikel zum Abschluß der Turiner Buchmesse geschrieben. Am Ende erwähnt er, dass ein Auszug aus dem gerade erschienenen Gedichtband „Perdonare Dio“ des vor kurzer Zeit eingesetzten italienischen Kulturministers Sandro Bondi in dem Lyrik-Blog La poesia e lo spirito verröffentlicht wurde. Diese zärtlichen Verse an geheimnisumwitterte weibliche Abgeordnete, an Silvio Berlusconi, an dessen Mutter oder auch an den „leader“ der linken Opposition, Walter Veltroni, sind dermaßen atemberaubend und unglaublich, dass ich es für unbedingt erforderlich hielt, sie auch dem geneigten deutschsprachigen Leser zugänglich zu machen.
Eingangs aber noch ein paar Erläuterungen zur Personage (in order of appearance):
Rosa Bossi: Kürzlich verstorbene Mutter Silvio Berlusconis
Silvio: Silvio
Giuliano Ferrara: Herausgeber der Tageszeitung „Il Foglio“ und Politiker, Minister und Pressesprecher der ersten Berlusconi-Regierung (Popolo della Libertá (PdL) – Nachfolgepartei der Forza Italia)
Michela Vittoria Brambilla: Unternehmerin und Politikerin, Ministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales (PdL)
Stefania Prestigiacomo: Politikerin, in der jetzigen Regierung Berlusconi zum dritten Mal Ministerin (Umweltschutz und Raumplanung) (PdL)
Anna Finocchiaro: Politikerin, Ministerin während der ersten Prodi-Regierung, jetzt Abgeordnete im Senat (Partito Democratico)
Walter Veltroni: Politiker und Journalist, war 2001 bis 2007 Bürgermeister von Rom, seitdem Vorsitzender des Partito Democratico, war Spitzenkandiat gegen Berlusconi
Nun aber zu Sandro Bondis Lyrik:
Auszug aus „Perdonare Dio“ (Gott verzeihen)
An Rosa Bossi
Geisterfüllte Hände
Überfließende Seele
Liebende Umarmung
Mutter Gottes
*
An Silvio
Genießendes Leben
Vorausgehendes Leben
Angestrebtes Leben
Geliebtes Leben
Reges Leben
Wiedererworbenes Leben
Strahlendes Leben
Enthülltes Leben
Neues Leben
*
An Giuliano (Ferrara)
Höhle der Liebe
Donnern des Lichts
Worte des Untergrunds
Ströme von Lava
Noch einmal zur Rettung
*
An eine geheimnisumwitterte Kammerabgeordnete
Schmerzender Glanz
Sanfte Königin
Geheimnisvolle Hexerei
Sternenstaub
*
An Michela Vittoria Brambilla
Ahnungslose Schönheit
Geraubte Sinnlichkeit
Blume, die den Kopf hängen lässt Sünde der Liebe
*
An Stefania Prestigiacomo
Gleichgültiges Gestirn
Mütterliche Sinnlichkeit
Durchsichtiger Schleier
Strenge Hingabe
*
An Anna Finocchiaro
Erhabenes Schwarz
Bedächtige Hingabe
Brutales Rot
Flüchtige Ironie
Perlmuttenes Weiß
Furchtloses Geheimnis
*
Zur Hochzeit Elio Vitos
In deinen Armen magische Stille
In deinen Armen bewegte Leidenschaft
In deinen Armen ein Sonnenblumenbeet
In deinen Armen Sonnenschein der Heiterkeit
*
A Fabrizio Cicchitto
Wir machten gemeinsam
diese unwiederholbaren Erfahrungen
mit Leidenschaft, politischer
authentischer,
mit reiner Seele
und mit dem Erstaunen
der Freundschaft.
Wir werden uns fehlen
wenn die neue Zeit kommt
und wir werden uns schlussendlich spiegeln
der eine im andern.
Und uns wird auch das fehlen,
was wir nicht
gemeinsam erlebt haben,
zwischen den Schulbänken,
während der unruhigen Jugendzeit
und während der Zeit, in der man nicht liebt.
Mein Vertrauen
Liegt in der Zärtlichkeit deiner Blicke.
Dein Vertrauen
liegt in den Worten, die ich suche.
*
An Gabriella (seine Frau)
Gütiger Pater
Einzige Liebe
Panzer des Glaubens
Brocken von Lava
Flüchtige Seele
*
An Francesco (seinen Sohn)
Du besänftigtest mich
Indem du vorgabst zu schlafen
Du schienst ruhig
doch du trocknetest dir
die Tränen
Pater deines Papas
der du sein wirst
im Moment des Abschieds.
*
A Walter (Veltroni)
Zärtlicher Vater
Mutter meiner Träume
Verbittertes Herz
Mein wiedergefundener
Sohn
Ich finde, ich muss das nicht kommentieren. Zumal das ganze Echaufierungsgedöns in puncto Italien sowieso abkömmlich ist; einen souverän treffenden, angenehm stummen und entzückend angepoppten Kommentar gibt es nämlich schon, mehr muss dann auch nich.
Pangea Day schließlich und endlich: Fazit
Mai 12, 2008
Onno war so freundlich mich in den Kommentaren zu fragen, wie er denn nun war, der Pangea Day. Meine Antwort wurde etwas ausführlicher, sozusagen ‘post-worthy’:
Und? Wie war es?
War in Ordnung. Leider nur in Ordnung. Nicht gefallen hat mir hauptsächlich, dass im Vergleich zu Moderation, kurzen Reden und musikalischen Elementen die Filme etwas zu kurz gekommen sind. Ich hätte mir mehr gewünscht, ich hätte mir auch bessere gewünscht: Waren leider oft nicht so einfallsreich, inhaltlich wie technisch. Allerdings gab’s hier auch Ausnahmen, wie etwa die Filme von Ted Chung, Zeina Aboul Hosn, Brent Hoff, Philippe Orreindy und Mark Osborne.
Man war auch bemüht, die Veranstaltung nicht zu einem weltweiten Hippie- und Betroffenheitstreffen geraten zu lassen, was sicherlich nicht einfach ist und eigentlich ganz gut gelang. Obwohl die ModeratorInnen mir ein bisschen zu schluffi-fesch daherkamen, mit Surfersträhnen, Jeans und Jackett, und die Beitrage für meinen Geschmack etwas zu oft „amazing“ und „inspiring“ nannten oder als Endpunktmarkierung noch schnell ein „wow“ einfließen ließen. Es gab auch ein paar Stars: Die unvermeidliche Cameron Diaz, die großartige Meg Ryan und die alberne Goldie Hawn. Alle haben nur kurze Ansagen gemacht, also gewissermaßen ihre Marke zur Verfügung gestellt, was halt sein muss, klar. Letztgenannte war allerdings auch Anlass für Fremdscham, sie hatte nämlich den indischen Lach-Guru und Arzt Madan Kataria mitgebracht und die ganze Welt sollte nun gleichzeitig gemeinsam in schallendes Gelächter ausbrechen. Ähnlich peinlich das Ende à la „the world united in one heart beat“ mit Trommlern, die auf den Großevents in Rio, L.A. (von hier aus wurde der größte Teil moderiert), London, Kairo, Tigali (sic!) und anderen Orten halt mit ihren unterschiedlichen Trommeln trommelten: Trommeln geht gar nicht! (Überhaupt fand ich die Weltmusikbeiträge ziemlich nervig.)
Zuletzt aber noch ein paar positive Punkte: Logistisch lief alles glatt, was sicher eine Leistung ist. Als Beispiel: Ein funktionierender, weltweiter Stream in acht Sprachen (mit Simultanübersetzung und Untertiteln) über vier Stunden und als Vollbild problem- und ruckelfrei. Fand ich ziemlich beeindruckend (kriegen ARD und ZDF nicht hin). Überhaupt das ganze Auftreten, ob Website, Kommunikation, die Bühnen am Abend des Events selbst: Alles sehr gut. Ganz besonders gefielen mir – auch wenn es ein paar zuviel davon gab – die kurzen „speeches“ international anerkannter Wissenschaftler und Künstler (nach dem Vorbild von ted.com). Höhepunkt bildete für mich, als eine israelische Mutter, deren Sohn bei einem Selbstmordattentat ums Leben kam, und ein Palästinenser, dessen Bruder von israelischem Militär erschossen wurde und der selbst schwer verletzt worden war, Hand in Hand auf der Bühne standen und ihre Geschichte erzählten…
Der Anspruch war es ja, die Welt und ihre Konflikte aus anderen Perspektiven zu zeigen, bzw. diese anderen Perspektiven zur Sprache zu bringen und sie dadurch sichtbar zu machen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich gelungen ist, mir erschien es doch immer noch sehr westlich geprägt. Aber ok, allemal besser als Live 8, weil sinnvoller, weil Leute weltweit wirklich im selben Moment das Selbe tun und sehen, und es zudem auch genau darum geht, dass sie das gerade tun… und nicht etwa um Sport, wo – wie man bei Olympia ja gerade sieht – jegliche Politik draußen gehalten werden soll. Wie war’s also? Ich fand’s super. Ein bisschen zu viel Pathos, aber ok. Außerdem habe ich eins nicht gemacht, worum die Organisatoren im Voraus sehr bemüht waren, nämlich, dass die Veranstaltung nicht allein, sondern mit anderen zusammen gucken solle. Nun, ich war nicht in Berlin. Vielleicht ja nächstes Jahr, wenn es denn noch einmal einen Pangea Day gibt.



