Onno war so freundlich mich in den Kommentaren zu fragen, wie er denn nun war, der Pangea Day. Meine Antwort wurde etwas ausführlicher, sozusagen ‘post-worthy’:

Und? Wie war es?

War in Ordnung. Leider nur in Ordnung. Nicht gefallen hat mir hauptsächlich, dass im Vergleich zu Moderation, kurzen Reden und musikalischen Elementen die Filme etwas zu kurz gekommen sind. Ich hätte mir mehr gewünscht, ich hätte mir auch bessere gewünscht: Waren leider oft nicht so einfallsreich, inhaltlich wie technisch. Allerdings gab’s hier auch Ausnahmen, wie etwa die Filme von Ted Chung, Zeina Aboul Hosn, Brent Hoff, Philippe Orreindy und Mark Osborne.
Man war auch bemüht, die Veranstaltung nicht zu einem weltweiten Hippie- und Betroffenheitstreffen geraten zu lassen, was sicherlich nicht einfach ist und eigentlich ganz gut gelang. Obwohl die ModeratorInnen mir ein bisschen zu schluffi-fesch daherkamen, mit Surfersträhnen, Jeans und Jackett, und die Beitrage für meinen Geschmack etwas zu oft „amazing“ und „inspiring“ nannten oder als Endpunktmarkierung noch schnell ein „wow“ einfließen ließen. Es gab auch ein paar Stars: Die unvermeidliche Cameron Diaz, die großartige Meg Ryan und die alberne Goldie Hawn. Alle haben nur kurze Ansagen gemacht, also gewissermaßen ihre Marke zur Verfügung gestellt, was halt sein muss, klar. Letztgenannte war allerdings auch Anlass für Fremdscham, sie hatte nämlich den indischen Lach-Guru und Arzt Madan Kataria mitgebracht und die ganze Welt sollte nun gleichzeitig gemeinsam in schallendes Gelächter ausbrechen. Ähnlich peinlich das Ende à la „the world united in one heart beat“ mit Trommlern, die auf den Großevents in Rio, L.A. (von hier aus wurde der größte Teil moderiert), London, Kairo, Tigali (sic!) und anderen Orten halt mit ihren unterschiedlichen Trommeln trommelten: Trommeln geht gar nicht! (Überhaupt fand ich die Weltmusikbeiträge ziemlich nervig.)
Zuletzt aber noch ein paar positive Punkte: Logistisch lief alles glatt, was sicher eine Leistung ist. Als Beispiel: Ein funktionierender, weltweiter Stream in acht Sprachen (mit Simultanübersetzung und Untertiteln) über vier Stunden und als Vollbild problem- und ruckelfrei. Fand ich ziemlich beeindruckend (kriegen ARD und ZDF nicht hin). Überhaupt das ganze Auftreten, ob Website, Kommunikation, die Bühnen am Abend des Events selbst: Alles sehr gut. Ganz besonders gefielen mir – auch wenn es ein paar zuviel davon gab – die kurzen „speeches“ international anerkannter Wissenschaftler und Künstler (nach dem Vorbild von ted.com). Höhepunkt bildete für mich, als eine israelische Mutter, deren Sohn bei einem Selbstmordattentat ums Leben kam, und ein Palästinenser, dessen Bruder von israelischem Militär erschossen wurde und der selbst schwer verletzt worden war, Hand in Hand auf der Bühne standen und ihre Geschichte erzählten…
Der Anspruch war es ja, die Welt und ihre Konflikte aus anderen Perspektiven zu zeigen, bzw. diese anderen Perspektiven zur Sprache zu bringen und sie dadurch sichtbar zu machen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das wirklich gelungen ist, mir erschien es doch immer noch sehr westlich geprägt. Aber ok, allemal besser als Live 8, weil sinnvoller, weil Leute weltweit wirklich im selben Moment das Selbe tun und sehen, und es zudem auch genau darum geht, dass sie das gerade tun… und nicht etwa um Sport, wo – wie man bei Olympia ja gerade sieht – jegliche Politik draußen gehalten werden soll. Wie war’s also? Ich fand’s super. Ein bisschen zu viel Pathos, aber ok. Außerdem habe ich eins nicht gemacht, worum die Organisatoren im Voraus sehr bemüht waren, nämlich, dass die Veranstaltung nicht allein, sondern mit anderen zusammen gucken solle. Nun, ich war nicht in Berlin. Vielleicht ja nächstes Jahr, wenn es denn noch einmal einen Pangea Day gibt.

Eine Antwort zu “Pangea Day schließlich und endlich: Fazit”

  1. Onno sagte

    Danke! Wäre ich in Berlin oder so gewesen, hätte ich es mir vielleicht auch angetan. Die Idee ist ja ganz witzig.

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