Bin zurück in Berlin. Zum Glück. Ist eine komische Gegend, da ganz im Westen von Deutschland. Entweder alles voll mit Stadt und dann sehr sehr prollig, oder alles voll mit Land und dann auch sehr sehr prollig. Das Land zudem lückenlos beflaggt, an jedem Haus Fahnenhalterungen. Mein Gastgeber, nein, unser Gastgeber – ich war ja schließlich nicht allein unterwegs – hatte allerdings keine Ahnung, was die unterschiedlichen Farbgebungen der Fahnen, Wimpel und Standarten zu bedeuten hatten, was ihm ein Höchstmaß an Ignoranz abverlangt haben dürfte, da er schon sein ganzes bisheriges Leben – mit einer längeren Pause – dort verbracht hat. Dies, seine ausgeprägte Fähigkeit zum Ignorantentum, kennzeichnet ihn als durchaus sympathischen Menschen. Warum, kann ich auch nicht so genau sagen. Wenn er das aber nicht wäre, wäre er ja nicht von uns besucht worden. Allein, ganz einfach ist es nicht immer mit ihm, sagen wir, er ist etwas kauzig.

Da ich nicht wusste, was die Farben der Beflaggung – rot/weiß, gelb/weiß und auch grün/weiß meine ich gesehen zu haben – zu bedeuten hatten, machte ich auch keine Fotos davon, ihre spätere Relevanz für die Charakterisierung der besuchten Gegend, die den eigenwilligen Namen „Der Selfkant“ trägt, gehörig verkennend. Daran kann man nun nichts mehr ändern. Damit ist aber immerhin ein Novum auf diesem Blog benannt: Ab sofort gibt’s hier Fotografien! (Dieses Mal musste ich mir noch ein Kamerahandy bei meiner Begleiterin leihen, die über mehrere solche Geräte verfügt. Einen eigenen Apparat werde ich mir aber bald zulegen, bzw. wieder funktionstüchtig machen (lassen).)

Als Ersatz für die nicht fotografierten Fahnen nun eine kurze Serie verrückter, irgenwie sehr poppig und zugleich kindlich wirkender Grabsteine, die ich auf dem Friedhof des schönen Fleckens Millen gesehen habe. Zumindest die Farben stimmen überein. Da die Farbe auf den Steinen relativ frisch aussieht, gehe ich davon aus, dass sie es ist. (…) Als vorerst finaler Kommentar zum Selfkant sei auf die Inschrift des zweiten hier abgebildeten Grabsteins verwiesen. Genauer, auf die Art und Weise des Ablebens von Wilhelm Sensis und auf den Umstand, dass das überhaupt auf einem Grabstein drauf steht.

Grabstein 1

Grabstein 2

Grabstein 3

Gleich geht’s nach Eindhoven, morgen dann nach Aachen und am Sonntag schon wieder zurück. Eine ausführliche illustrierte Reisebeschreibung folgt in Kürze.